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Adolf-Weygandt-Hütte

Lage:
Nordostende des Rabengrundes, Rundfahrweg

Baujahr:
1912

Vorgänger:
Eventuell besaß die Weygandt-Hütte in der 1892 vom Verschönerungs-Verein-Wiesbaden erbauten "Halle am großen Rundfahrweg" einen Vorgängerbau.

Geschichte:
Die Schutzhütte wurde 1912 vom Verschönerungs-Verein-Wiesbaden errichtet und 1926 zu Ehren des langjährigen zweiten Vorsitzenden Weygandt benannt Nach den erlittenen Schäden im Zweiten Weltkrieg richtete der Kur- und Verkehrsverein den Schutzbau 1952 wieder neu her.

Adolf-Weygandt-Hütte

Namensgeber:
Der Kaufmann Heinrich Adolf Weygandt (11.09.1853 - 03.06.1926), 1882 Gründer der gleichnamigen Eisenwarenhandlung, setzte sich mit großem Eifer für die Belange seiner Vaterstadt ein. Wichtig war ihm die Verschönerung in und um die Stadt. Dazu gehörte die Pflege des Waldes, die Anlage von Brunnen, Ruhebänken und Schutzhütten. Er war Vorstandsmitglied des Rhein- und Taunusklubs, des Verschönerungs-Vereins-Wiesbaden und des Bezirksvereins Altstadt. Während des Ersten Weltkriegs verlor der Verschönerungsverein viele seiner führenden Mitglieder. Hier konnte Weygandt als vollwertiger Ersatz einspringen, 1917 wurde er zum 2. Vorsitzenden gewählt. Wegen einer schweren Erkrankung mußte er jedoch 1920 sein Amt niederlegen. Mit 71 Jahren übergab er seine Eisenwarenhandlung 1924 an seinen Sohn Adolf. 1926 starb Heinrich Adolf Weygandt in Wiesbaden und wurde auf dem Nordfriedhof begraben.

Beschreibung:
Über eine achtstufige Treppe mit beidseitigem Treppengeländer betritt man die Adolf-Weygandt-Hütte.

Adolf-Weygandt-Hütte

Der erdfarben gestrichene hohe Sockel gleicht die leichte Hanglage aus. Weit und frei öffnet sich die Vorderseite in die Natur hinaus, nur durch schmale kantige Balken unterteilt, die das Dach tragen; links und rechts an den Seiten sind diese, konstruktiv bedingt, etwas verstärkt. Der Blick des Eintretenden fällt gleich auf eine rechteckige Holztafel mit der Bezeichnung Weygandt Hütte, verfaßt in grüner Fraktur. Hiermit wird an den Wiesbadener Kaufmann, Vorstandsmitglied des Verschönerungsvereins und Stifter der Hütte, Heinrich Adolf Weygandt, erinnert.

Adolf-Weygandt-Hütte

Weiter gleitet der Blick in den recht aufwendig mit freistehenden Stützbalken gestalteten offenen Dachstuhl. Auf einem der waagrecht durchlaufenden Dachbalken ist folgender, ebenfalls in Fraktur verfasster Spruch zu lesen:
Die Hütte ist erbaut zu deinem Schutz, bewahre sie vor jedem Schmutz.

Adolf-Weygandt-Hütte


Das Innere ist hell verputzt, zwei dünne, an der Hinterseite parallel zum Eingang gesetzte Balken stützen das Dach. Die umlaufende, durch einen waagrechten Balken abgesetzte Sockelzone ist durch einen dunkleren, braunen Verputz betont. Bänke stehen sowohl an der Längsseite als auch an den Querseiten. An der Eingangsseite der Hütte dienen als hoher Brüstungsriegel die auf dem Sockel stehenden Gefache, die durch etwas schmalere Stützbalken gebildet werden. Eine Reihe Gefache ähnlicher Größe befindet sich unter dem Dach als Dachgesims. Beim Zusammentreffen der Riegel und der Stützbalken weisen kreuzförmige dickere Hölzer auf diese Konstruktion hin und schmücken zugleich. Das traufenständige Dach wird durchbrochen vom einem erhöhten Giebel über dem breiten Eingang. Dieser vorgezogene offene Dreiecksgiebel ist ornamental ausgebildet durch vier kreuzförmig angeordnete, sich auf dem Mittelbalken treffende schmale Hölzer, die die Giebelform aufnehmen.

Adolf-Weygandt-Hütte

Die fensterlosen Seiten finden ihre Gestaltung außen durch den dunklen Sockel und, in den Giebelflächen, durch eine Fachwerkkonstruktion in Verwendung eben so dünner Hölzer wie an der Vorderseite. Das Band des Gesimses wird wieder aufgenommen, der Giebel darüber durch senkrechte und waagrechte Balken unterteilt. Die Gefache sind hier allerdings mit regelmäßigen behauenen Steinen oder Backstein ausgefüllt und mit ebenfalls heller Farbe verputzt. Verstrebungen dienen sowohl zur Verstärkung als auch Verschönerung. In ähnlicher Giebelkonstruktion sind die Seiten im Inneren gestaltet.

Adolf-Weygandt-Hütte

Die Rückseite der Hütte ist, wie auch die Seiten unterhalb des Fachwerks, hell verputzt. Die Hütte weist sich als Fachwerkbau des späten Historismus aus - sie wurde 1912 erbaut, 1952 wieder in Stand gesetzt. Dies sowohl durch die geringere Betonung des notwendig Konstruktiven der Holz- und Gefachverwendung, als auch durch eine starke Verschmälerung der Balken und Verwendung in ornamentalen Elementen, wozu auch die rote Farbigkeit der dünnen, zart gekehlten Balken im Vordach beiträgt. Die Fachwerkverwendung gleicht hier eher einem Zitat.

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