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Wilhelm-von-Opel-Hütte

Lage:
Stadtwald, Teufelsgraben

Baujahr:
1938

Vorgänger:
keine


Wilhelm-von-Opel-Hütte 11.4.2005

Geschichte:
Anläßlich des 100. Geburtstages von Adam Opel stiftete sein Sohn Wilhelm im Jahr 1938 die Hütte. Nach Beseitigung der Kriegsschäden durch den Kur- und Verkehrsverein konnte sie 1951 neu eingeweiht werden. 2007 wurden die durch einen umgestürzten Baum schwer beschädigten Giebel und Dachteile wieder hergerichtet.


Wilhelm-von-Opel-Hütte Februar 2007

Namensgeber:
Wilhelm von Opel (15.05.1871 - 02.05. 1948) wurde in Rüsselsheim geboren und war der Zweite von fünf Söhnen von Adam Opel, dem Gründer der Opel-Werke. Er besuchte in Mainz das Gymnasium und studierte anschließend an der TH Darmstadt. Im Werk seines Vaters hatte er bald unter seinen Brüdern die führende Stellung inne und war seit 1895 Mitinhaber und später Generaldirektor. 1908 wurde Wilhelm Opel zum Kommerzienrat und 1912 zum Dr.-Ing. E.h. der Technischen Hochschule Darmstadt ernannt. Für seine Leistung im Ersten Weltkrieg (1914 - 18) bei der Motorisierung der Reichswehr erhielt er 1917 den Adelstitel. 1928 zog Wilhem von Opel nach Wiesbaden, wo er sich nach dem Verkauf seiner Opel-Werke 1929 an General Motors als größter Mäzen Wiesbadens entwickelte. Neben dem Opelbad (1934), das noch heute seinen Namen trägt, stiftete er die Goethewarte auf dem Geisberg (1932), den Goethestein in Frauenstein (1932), das Clubheim des Wiesbadener Tennis- und Hockey-Clubs im Nerotal (1933) und die Opel-Hütte im Nerotal (1938) anläßlich des 100. Geburtstags seines Vaters Adam Opel (1837 - 1895).

Beschreibung:
Über querliegendem rechteckigen Grundriss, am Fuß des Münzbergs errichtet, erhebt sich die Opelhütte. Ein Sockel gleicht die Unebenheit des Geländes aus. Es liegt eine einfache Fachwerkkonstruktion vor, bei der die Gefache mit Bruchstein, teilweise auch Werkstein, ausgekleidet wurden. Die Hütte ist in zwei Räume geteilt, in denen jeweils eine umlaufende Bank zur Rast einlädt. An der rechten Seite kann die Vorhalle durch den großen, die Hälfte von Vorderfront und Seitenfront umfassenden Eingang - das Dach ist hier nur durch einen Eckpfosten abgestützt - betreten werden. Licht erhält die Hütte zudem durch drei rechteckige Fenster auf der linken Seite, auf der rechten, bedingt durch die Geländeerhöhung, ein einziges Fenster. Von der Vorhalle, deren dachtragender Balken über dem Eingang die Inschrift Wilhelm v. Opel-Hütte trägt, gelangt man in die Haupthalle durch eine große, bis zur Decke reichende Öffnung. Über dieser befinden sich zwei Balken mit der Inschrift:

Seinem Ehrenmitglied, d. Förderer d. Stadt Wiesbaden, widmet diese Schutzhütte der Verschönerungs Verein

An der linken Seite dieser Widmung befindet sich ein Wappen mit drei Runen (Lebensrunen?), an der rechten Seite ist das 1935 von Fred Overbeck entworfene Logo des Wiesbadener Kur- und Verkehrsvereins eingeritzt, ein W mit einer doppelten Wellenlinie, als Symbol für die Wiesbadener Quellen, darunter (es müßten eigentlich drei Wellenlinien sein) und einem Dreiecksgiebel, als Symbol für das Kurhaus, darüber. Mittig an der hinteren Wand des Hauptraumes ist eine Holztafel befestigt mit dem Spruch:

Du mußt diese Hütte als Besitz der Stadt Wiesbaden wie Dein Eigentum achten und vor Schmutz und Schreiberei bewahren. Nicht nur, weil es Strafe kostet

In Vorhalle und Haupthalle geht der Blick in den offenen Dachstuhl. Über den kräftigen Dachbalken erhebt sich das ursprünglich mit Schiefer gedeckte Satteldach, ebenfalls mit Fachwerk gestaltet, die Gefache jedoch nicht ausgefüllt. Besonderheiten sind sowohl der freistehende Eckpfeiler der Vorhalle als auch der Seitenpfeiler rechts vom Eingang zur Haupthalle. Die Abflachungen der vier Ecken beider Pfeiler sind mit roter Farbe versehen. In jede Seite des Eckpfeilers der Vorhalle ist als Flachrelief die Vorderansicht eines Opelwagens eingeschnitzt, darüber eine Jahreszahl, darunter das zugehörige Rad. Das erste Modell stammt aus dem Jahr 1898, dem Beginn der Autoproduktion der Opelwerke. Die weiteren Modelle zeigen die Jahreszahlen 1913, 1928 und 1937, dem 100-jährigen Geburtstag des Firmengründers Adam Opel, zu dessen Gedenken die Hütte im Jahr 1938 errichtet wurde. Der dahinter liegende rechte Eckpfeiler des Hauptraumes ist ebenfalls mit Schnitzereien versehen: Über der Jahreszahl 1938, dem Baujahr, ist ein Name angegeben, der wohl als W. D. Pörr zu lesen ist - in damaliger expressionistischer Stilart wie alle hier verwendete Schrift - sicherlich der Name eines der beteiligten Künstler, vielleicht des Bildhauers. An der anderen Seite des Pfeilers sieht man einen nach links gewandten Greifen, der in den Klauen ein ein Kugellager hält. Er hat sich auf einem Wappen niedergelassen, das in einem schräglinken Band drei Kreise zeigt.

Nach dem Teileinsturz der Hütte durch einen umstürzenden Baum Anfang des Jahres 2007 konnte die Opelhütte am 17. November 2007 dankenswerter Weise mit Hilfe des Ortsbeirates Nordost wieder hergerichtet werden. Die Dachverkleidung, zuerst Schiefer dann STeerpappe, wurde durch ein stabileres Material ersetzt. Der Giebel des Daches wurde freilich stark verändert, indem die Gefache nicht mehr, wie ursprünglich, mit Bruchstein ausgefüllt wurden.


Wilhelm-von -Opel-Hütte 17.11.2007


Wilhelm-von -Opel-Hütte 17.11.2007

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