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Luja-Hütte

Lage:
Dotzheim, Weißer Weg

Baujahr:
1934

Vorgänger:
Keiner

Geschichte:
Die Hütte wurde 1934 vom Verschönerungs- und Naturschutzverein Wiesbaden-Dotzheim erbaut und in Erinnerung für an seine Bedeutung für den Ort nach dem verdienten Dotzheimer Pfarrer Luja benannt.

Luja Hütte

Namensgeber:
Johann Christian Reinhard Luja wurde 1767 in Wiesbaden geboren. Seine väterlichen Vorfahren waren Juristen und Mediziner, mütterlicherseits meist Pfarrer. 1773 zog die Familie nach Weilburg. Nach dem dortigen Schulbesuch studierte Luja in Gießen Theologie und fand anschließend an wechselnden Orten Anstellung. 1818 übernahm er das Pfarramt in Dotzheim. Luja war aber nicht nur Pfarrer, er war auch Geschichtsforscher; vorwiegend galt sein Interesse den Altertümern Nassaus und der Limesforschung. Neben seinem Beruf fand er genügend Zeit, sich seinen Forschungen zu widmen. Mit seinen Arbeiten war er ein geistiger Wegbereiter für den Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung zu dessen Mitbegründern er 1811/12 gehörte. Große Verdienste erwarb sich Luja mit der Anfertigung einer Ortschronik und einem genauen Ortsplan von Dotzheim, auf dem er jedes Haus mit Nebengebäuden sorgfältig aufzeichnete. 1836 emeritierte Luja, war aber weiter für seine Gemeinde Dotzheim tätig. Sein Ansehen reichte weit über Wiesbaden hinaus. Luja starb 1847 und wurde auf dem Dotzheimer Friedhof begraben. Zu Ehren des allseits beliebten Heimatfreundes und Forschers wurden neben der Schutzhütte auch ein Platz und eine Straße nach ihm benannt.

Beschreibung:
Die Hütte steht auf einem schmalen, mit waagrecht gelagerten, unregelmäßigen Steinen verblendeten Sockel. Sie wird erreicht durch einen Pfad aus groben flachen Steinen, der von einer Lage aus Beton überzogen ist. Dieser Zugang verläßt im rechten Winkel den vorbeiführenden Waldweg, dabei über eine Röhre einen Bach überquerend. Nur wenig in die Tiefe reichend, unter einem Traufendach, wird die Vorderseite der Hütte in etwa drei gleiche Teile geteilt. Der mittige Eingang wird von jeweils einem ähnlich breiten Teil eingefaßt. Diese beiden Seiten werden durch schmale, quer liegende Rundhölzer so gestaltet, daß große Fensteröffnungen entstehen. Die Fenster werden durch zwei Rundhölzer, unter dem Dach spitz zulaufend, abgeschlossen. Diese Rundhölzer dienen sowohl als Verzierung als auch als Stütze für das Dach. Die Rückwand wird durch eine Bretterwand gebildet, gestützt durch drei leicht gekrümmte, vom Boden bis zum Dach reichende Rundholzbalken; diese sind parallel gestellt zu den Balken der Eingangsfront. Ein durchgehendes, quer liegendes Rundholz stützt die Wand zudem ab. Auffallenderweise sind die beiden Seiten der Hütte ganz unterschiedlich: Die Wand der rechten Seite besitzt ein schmales, fast bis zur Dachzone reichendes rechteckiges Fenster. Unter und neben diesem Fenster sind kurze Rundhölzer quer angeordnet, während seitlich unter der Fensterzone dünne Stecken zwei senkrechte Rechtecke bilden. Die Giebelzone wird wiederum durch senkrechte Rundhölzer gebildet.

Luja Hütte

Die linke Seite dagegen ist anders ausgeführt: Über einem hohen Sockel aus senkrecht stehenden Rundhölzern, begrenzt von je einem durchgehen Balken, befindet sich ein breites Fenster. Dieses wird an den Ecken abgeteilt: Oben durch jeweils einen leicht gekrümmten Ast, unten durch zwei Dreiecke, gebildet aus jeweils drei abschrägenden Hölzern. Dadurch entsteht eine abgerundete Figur, die sich ergänzend als herzförmig vorstellen läßt. Die beiden Seitenteile werden durch Querhölzer gebildet, stabil eingefaßt durch weitere Hölzer. Diese stützen ihrerseits ein waagrecht durchlaufendes Querholz. In einigem Abstand ist darüber ein weiteres Querholz angeordnet. Zwischenzonen ebenso wie die Dachzone bestehen aus senkrechten Rundhölzern.

Luja Hütte

An der Rückseite im Inneren der Hütte steht eine lange, schmale Bank. Darüber, gegenüber dem Eingang, ist eine Tafel angebracht, in der in weißen großen Buchstaben auf den Namensgeber verwiesen wird: LUJA HÜTTE ist dort zu lesen. Darüber weist die Zeile in dunkler Schrift auf den Verschönerungs- u. Naturschutzverein W. Dotzheim als die Erbauer hin; darunter findet sich der Hinweis auf das Baujahr: erbaut 1934. Links neben den Schriftzügen ist das Wiesbadener Wappen mit den drei Lilien angebracht, auf der rechten Seite findet sich in einem Wappen ein T; dieser Buchstabe steht in seiner charakteristischen Ausformung für den ehemals eigenständigen und bedeutsamen Ort Dotzheim - das frühere "Totzem".

Luja Hütte innen

Die Hütte ist zwar weniger aufwendig gestaltet als andere, jedoch in der Art der Verwendung und Verarbeitung des Baumaterials Holz mit den naturbelassenen Unebenheiten und Krümmungen und den dadurch unregelmäßigen Zwischenräumen der Flächen und Wände wird der Charakter eines Waldhäuschens besonders herausgehoben.

 

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