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Dahlheim-Hütte

Lage:
Kaiser-Wilhelm-Weg zum Schläferskopf

Baujahr:
1912

Vorgänger:
keine


Die Dahlheim-Hütte am Schläferskopf 22.04.2005

Geschichte:

Anlaß zur Errichtung der Hütte gab Wilhelm Dahlheim, der 1911 an dieser Stelle von einem Unwetter überrascht wurde und nirgends einen Unterschlupf finden konnte.
Dahlheim, Vorstandsmitglied des Verschönerungs-Verein Wiesbaden, stiftete einen Großteil der Mittel zur Errichtung der Hütte anläßlich seines 75. Geburtstages. Der Entwurf stammt von dem Kunstmaler Carl Jacob Frankenbach, der Betonsockel von Maurermeister Kilp, die Zimmerarbeiten führte der Zimmermeister Carstens und die Tüncherarbeiten der Tünchermeister May aus.
Die Einweihung erfolgte am 15.07.1912.


Die Dahlheim-Hütte bei der Einweihung 1912

Namensgeber:

Der Wiesbadener Hotelier Wilhelm Dahlheim (15.07.1837 - 16.02.1917) war langjähriges Mitglied im Verschönerungsverein und auch später in dessen Vorstand. Mit 33 Jahren hatte er in der Taunusstraße 15 ein Hotel mit Restaurant erbaut, das er nach 20 Jahren 1890 verkaufte. Unter dem Namen "Hotel Dahlheim" blieb es aber noch bis nach dem 2. Weltkrieg den Wiesbadenern ein Begriff. Seine letzte Ruhestätte fand Wilhelm Dahlheim auf dem Wiesbadener Nordfriedhof.

Beschreibung:

Im Distrikt Schläferskopf, am Kaiser-Wilhelm-Weg, der von der Eisernen Hand zum Kaiser-Wilhelm-Turm führt, liegt die 1912 errichtete Dahlheim-Hütte. Zu beiden Seiten führt je ein schmaler, leicht gewundener Steig über einige Stufen hinauf zur Terrasse, auf der die Hütte steht.


Die Dahlheim Hütte 1912

Die unmittelbare Umgebung war zur Bauzeit freundlicher gestaltet gewesen: Vor der Hütte auf der Terrasse standen zwei Tische und Bänke, die durch einen breiten Zaun aus unregelmäßigem Astwerk geschützt waren. Die Hütte hat eine Länge von 4,6 m und eine Tiefe von 6,00 m und verfügt über einen hohen, verputzten Sockel. Die Vorderseite ist gegliedert durch den mittigen Eingang, der bis unter das Dach reicht. Dort wird er abgeteilt durch zwei Balken, zwischen denen in großen Buchstaben aus Astwerk der Name der Hütte - DAHLHEIMHÜTTE - angebracht ist. Neben diesem Eingang befindet sch jeweils ein schmales, hohes Fenster. Diese beiden Fenster sind ebenfalls unter dem Dach abgeteilt durch Vierecke mit Ornamenten aus unregelmäßig verwendeten Astwerk. Die Wände wurden aus horizontal angeordneten Balken errichtet, abgesehen von der Giebelwand im Inneren, die vertikale Balken aufweist. Eine umlaufende Bank lädt zum Ausruhen ein. Der Blick kann von hier in den offenen Dachstuhl gleiten; betont sind hier die das Dach tragenden Dachsparren. Eine Öffnung im Dachfirst ergänzt das durch die geöffnete Vorderseite einfallende Licht. Beeindruckend ist vor allem das große, vorgezogene Dach. Schon die Berichte von der Einweihung benennen es als "Schwarzwalddach", wie auch auf einem Aquarell der Künstlers C. F. Frankenbach seinen Entwurf mit der Bezeichnung "Schutzhütte mit Schwarzwald-Dach" versieht. Es handelt sich hierbei um eine Dachform - eine Sonderform des Krüppelwalmdaches -, die bei den häufig einsam stehenden Schwarzwälder Bauernhäuser zu finden ist. Das weit vorgezogene Dach mit den tiefen Seiten bietet einen guten Schutz gegen die dort oft harten klimatischen Verhältnisse mit den üblichen Schneemassen. Hier wird es als ein pittoreskes, Behaglichkeit und Geborgenheit ausstrahlendes Zitat verwendet. Auch die Seiten der Hütte sind in der Dahlheim-Hütte flügelartig nach vorne bis unter das Dach vorgezogen; hierbei sind sie nicht nur als sichtbare Stützen gedacht, sondern betonen durch diese Abschirmung des Eingangsbereiches ebenfalls den Schutzcharakter der Hütte. Beim Betreten der Hütte fällt der Blick auf eine dem Eingang gegenüberliegende, gerahmte Tafel. Dort ist, in schwarzer Schrift auf weißem Grund in verschiedenen Schriftgrößen, folgender sechszeiliger Text zu lesen:

Dahlheimhütte
errichtet zum 15. Juli 1912
Eingedenk seines langjährigen
Vorstandsmitgliedes
Wilhelm Dahlheim
Verschönerungs-Verein Wiesbaden

An der rechten Innenseite hängt eine zweite Tafel gleicher Art mit der Inschrift:

Ich schütze Dich mit Dach u. Wand
Vor Regen Sturm und Sonnenbrand
Schütz Du mich nun aus Edelmut
Vor jeglicher Zerstörungswut

In einer zeitgenössischen Beschreibung wird die Farbe, die auch für das Dach verwendet wurde, als "dunkerot", als "Schwedenrot" bezeichnet, eine Farbe, die wiederum an Bauernhäuser erinnert. Auf einem alten Foto ist zu sehen, daß der Name "Dahlheimhütte", ebenso wie einige Eckelemente, farblich in Weiß hervorgehoben waren. Noch heute ist etwas von der Verwendung der roten Farbe zu erahnen, wenn auch das Dach mittlerweile mit Dachpappe grau belegt ist.


Die Dahlheim-Hütte 22.04.2005

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